Warum ich darüber spreche?


Weil ich finde, dass wir viel öfter über echte Gefühle, Zweifel und Tabuthemen sprechen sollten. Nicht alles ist immer klar oder einfach beim Eltern sein - und genau das darf auch mal laut gesagt werden. Und: Weil genau diese Offenheit auch meine Arbeit als Familienfotografin prägt. Ich glaube daran, dass echte Verbindungen durch Ehrlichkeit entstehen - und ich wünsche mir, dass ihr nicht nur meine Bilder mögt, sondern auch mich als Mensch ein Stück kennenlernt. Wenn ihr mir euer Vertrauen schenkt, Teil eurer Familiengeschichte zu sein, dann sollt ihr wissen, wer da hinter der Kamera steht.


Mit all meinen Fragen, Gedanken und meinem ganzen Herz.

A black and white image sequence showing a USB flash drive on a reflective surface, captured from multiple angles.
"Ist der Wunsch nach einem weiteren Kind wirklich unser Wunsch - oder einfach gesellschaftliches Ideal, das sich leise in unser Herz geschlichen hat?"


Manchmal frage ich mich: Wollen wir eigentlich ein zweites Kind?

Oder sind wir so, wie wir gerade sind, schon komplett?


Dann kommen die Gedanken: Wie würde das überhaupt klappen - mit zwei Kindern, Selbstständigkeit, Alltag, Beziehung, Zeit für mich selbst?

Wird das Herz größer oder einfach voller? Ist dieser Wunsch wirklich unserer - oder fühlt es sich nur so an, weil man „halt irgendwann ein zweites bekommt"?


Ich hab schon ein paar Schwangerschaftstests gemacht.

Einige waren negativ - und ich war ehrlich gesagt erleichtert. Und ja: Ich hab auch schon gelacht. Weil es okay ist, sich nicht schwanger zu wünschen. Weil man auch einfach nur ein Kind lieben kann, ohne gleich das nächste planen zu müssen. Weil man seine Meinung auch ändern darf. Und weil man auch gleichzeitig neugierig auf ein zweites und dennoch zufrieden mit dem Jetzt sein kann.


Vielleicht wünschen wir uns irgendwann ein zweites Kind. Vielleicht auch nicht. Wir wissen es einfach noch nicht.

Und das ist vollkommen okay.



Black rubber band spinning and twisting to create dynamic motion effects against a gray background.
Delicate white cherry blossoms blooming against a moody sepia-toned background create a dreamy vintage atmosphere.
"Die Geburt meiner Tochter war nicht so, wie ich sie mir in meinen Träumen ausgemalt hatte."


Manchmal kommt das größte Glück auf einem Weg zu uns, den wir uns nicht so vorgestellt haben. Die Geburt meiner Tochter war nicht so, wie ich sie mir in meinen Träumen ausgemalt hatte. Ich hatte nach 14 Stunden wehen und Blasensprung einen Kaiserschnitt - ein Eingriff, den ich lange Zeit nicht als „richtige" Geburt annehmen konnte. Meine Narbe konnte ich anfangs nicht einmal anschauen. Sie fühlte sich fremd an, wie ein sichtbares Zeichen für das, was ich "nicht geschafft" hatte. Für eine Geburt, die ich so nicht wollte.


Heute sehe ich es anders. Heute sehe ich diese Narbe als ein Symbol der Stärke, des Mutes und der unendlichen Liebe. Sie erinnert mich daran, dass ich alles getan habe, damit mein kleines Wunder sicher und gesund auf die Welt kommen konnte. Und genau das ist es, was Zählt. Ich bin unendlich dankbar - für die moderne Medizin, für meinen Körper, der diesen Weg gegangen ist, und für meine Tochter, die mich gelehrt hat, dass Liebe manchmal Wege findet, die wir erst lernen müssen anzunehmen.


Jede Geburt ist eine Geburt. Jeder Weg ist wertvoll. Und diese Narbe erzählt eine Geschichte von Liebe und das habe ich für mich mit diesen Fotos festgehalten. Das Schleierkraut, das ihr dabei auch seht, steht dabei für die Hingabe und die Liebe, die ich mittlerweile für meinen Körper und diese Narbe empfinde.



Shadow of tree branches and leaves cast dramatic silhouettes against a white wall creating a natural artistic pattern.